Über uns
Warum es Wir Buchverliebten gibt
Wir Buchverliebten ist eine Anwendung für kleine Buchclubs, die gemeinsam ein Buch lesen. Sie unterscheidet sich in einem einzigen Punkt von allem, was man sonst dafür benutzt: Anmerkungen werden nach Leseposition zugestellt statt nach Zeit. Diese Seite erklärt, warum das so ist, was der Betrieb kostet und was hier nicht entsteht.
Anmerkungen kommen an, wenn du an derselben Stelle bist
Was jemand zu Kapitel zwölf schreibt, siehst du erst, wenn du selbst bei Kapitel zwölf angekommen bist. Vorher ist es für dich nicht vorhanden, danach steht es an genau der Stelle, an der es gemeint war.
Der Unterschied zu einem Gruppenchat ist die Frage, wer die Reihenfolge bestimmt. Dort bestimmt sie die Uhrzeit, hier bestimmt sie das Buch.
Daraus folgt das eigentlich Nützliche. Wer schnell liest, schreibt weiter, ohne etwas zu verraten. Wer langsam liest, verpasst nichts, sondern bekommt dasselbe später. Eine Gruppe muss sich also nicht mehr auf ein gemeinsames Tempo einigen.
Der Abend, an dem eine Gruppe auseinanderfällt
Der Anlass ist ein Abend, den jede Leserunde kennt. Eine Person ist nicht durch den Abschnitt gekommen, sagt es nicht und schweigt deshalb den ganzen Abend. Beim nächsten Mal kommt sie nicht mehr, und niemand fragt nach, weil niemand weiß, woran es lag.
Der Rückstand selbst ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass er unangenehm wird, sobald er sichtbar ist. Die üblichen Mittel dagegen, Lesefrist, getrennte Gesprächsfäden, verdeckter Text zum Antippen, verlangen Aufmerksamkeit von genau der Person, die gerade am wenigsten davon hat.
Buchclubs enden nicht am Rückstand, sondern am Schweigen darüber. Der Schutz vor Spoilern ist deshalb keine Bitte an die Gruppe, sondern eine Eigenschaft der Anwendung.
Was der Betrieb kostet
Es gibt keine Werbung, kein Abo und keinen Bezahlknopf, und das ist keine Großzügigkeit, sondern eine Folge der Bauweise. Bücher liegen nie auf unseren Servern, gespeichert werden nur die Gliederung eines Buches und die eigene Leseposition. So wenig passt in die kostenlosen Kontingente der Anbieter.
- Server, Datenbank und Auslieferung: im kostenlosen Kontingent, also nichts.
- Domain wirbuchverliebten.com: rund zehn Euro im Jahr.
- Apple Developer Program, sobald es die App im Store gibt: neunundneunzig Euro im Jahr.
- Ab etwa zweitausend regelmäßig aktiven Menschen reicht das kostenlose Kontingent der Datenbank nicht mehr, dann sind es fünfundzwanzig Dollar im Monat.
Was passiert, wenn es einmal mehr kostet
Diese Rechnung geht auf, solange das Projekt klein ist. Geht sie nicht mehr auf, steht es zuerst hier. Zur Auswahl stehen dann ein kleinerer Betrieb, weniger Funktionen oder im äußersten Fall ein Ende mit Vorlauf und mit einem Weg, die eigenen Daten mitzunehmen.
Drei Wege bleiben ausgeschlossen: keine Werbung, kein Abo, kein Datenverkauf. Der Grund ist derselbe, aus dem es die Anwendung überhaupt gibt: sie weiß, wer wo in welchem Buch steht. Das ist genau die Angabe, die geschützt gehört.
Was Wir Buchverliebten nicht ist
Ein guter Teil der Entscheidungen hier ist eine Entscheidung dagegen. Sie stehen zusammen, weil sie erklären, warum manches fehlt, das man erwartet.
- Kein Buchhandel. Kein Kaufknopf, keine Vermittlungslinks zu Buchhandlungen.
- Kein Bewertungsportal. Es geht um das Gespräch über ein Buch, nicht um eine Rangliste.
- Kein sozialer Feed. Nichts lädt beim Scrollen nach, nichts läuft ohne Zutun weiter.
- Keine Bibliothek fremder Dateien. Bücher werden nie hochgeladen.
- Keine Spielmechanik. Keine Serien, keine Abzeichen, keine Ranglisten.
- Keine Fortschrittsanzeige. Die Leseposition steuert, wer welche Anmerkung sieht, und wird nie als Zahl gezeigt.
Wer das baut, und wo das Projekt gerade steht
Gebaut wird das von einer einzelnen Person: Julien, in Mödling bei Wien. Keine Firma, kein Team, kein Investor und niemand, dem sich Wachstum rechnen muss. Das ist der Grund, warum die Liste weiter oben so lang sein darf.
Zum ehrlichen Stand gehört, was noch nicht da ist: es liest noch kein einziger Buchclub damit. Der erste muss gegründet werden, wahrscheinlich in Wien, weil das die nächste Stadt ist, in der ein Treffen zustande kommen kann.
Fragen, Kritik und Hinweise gehen an post@wirbuchverliebten.com
Es antwortet dieselbe Person, die den Rest gebaut hat.
Stand: Juli 2026